Welt 24.09.2026
11:36 Uhr

„Dieser Linken-Abgeordnete soll aus dem Parlament raus“ – Polizeigewerkschafter schlägt Alarm


Nach dem Skandal um den Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak mit dessen Kontakten zum Remmo-Clan fordert ein Polizeigewerkschafter Konsequenzen. Der Fall sei ein „riesengroßer Skandal“.

„Dieser Linken-Abgeordnete soll aus dem Parlament raus“ – Polizeigewerkschafter schlägt Alarm

Der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, hat nach den Vorwürfen gegen den Berliner Linken-Abgeordneten Ferat Koçak dessen Rücktritt gefordert. „Dieser Abgeordnete ganz speziell, der soll nicht irgendwas ruhen lassen, sondern der soll aus dem Parlament raus. Der müsste eigentlich sein Mandat abgeben“, sagte Ostermann im Gespräch mit WELT TV. „Hier ist mehr als nur eine rote Linie überschritten worden.“ Hintergrund sind die Vorwürfe gegen den Linken-Politiker, die nach der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses bekannt geworden sind. Der Bundestagsabgeordnete gestand Kontakte zum Berliner Remmo-Clan ein, nachdem Chatnachrichten zwischen Koçak und Firas Remmo, dem Sohn von Clan-Oberhaupt Issa Remmo, aufgetaucht sind. Nach Angaben der Fraktionsspitze lässt Koçak seine Parlamentsfunktionen vorerst ruhen – „bis volle Transparenz hergestellt ist“. Zahlreiche Politiker anderer Fraktionen forderten jedoch bereits seinen Parteiausschluss sowie seinen Rücktritt, denen sich auch Ostermann anschließt. Seine Kritik begründete der Polizeigewerkschafter damit, dass Abgeordnete Zugang zu sensiblen Informationen aus dem Sicherheitsbereich erhielten, um damit ihre Kontrollfunktion auszuüben. Vor diesem Hintergrund sei das Verhalten Koçaks besonders problematisch. „Wenn man sich dann auf einer Wahlparty mit einem Clan-Boss trifft, wenn man mit dem Sohnemann da irgendwelche Chatnachrichten hin und her schreibt“, da sei es doch logisch, dass er nicht mehr im Parlament sitzen dürfe. Mit Blick auf die Bedrohung durch organisierte Kriminalität warnte Ostermann vor drastischen Folgen. Solche Fälle zeigten, wie weit man der organisierten Kriminalität in Deutschland „Tür und Tor“ öffne. Deshalb handele es sich im Fall Koçak um „einen riesengroßen Skandal“. Es gehöre „einiges überprüft und einiges auf den Kopf gestellt“, so Ostermann. Denn aus Sicht des Gewerkschafters versuche die organisierte Kriminalität, „parlamentarische Macht zu bekommen“. Der Fall Koçak zeige, dass dieses Problem nicht nur aufgeklärt werden müsse, sondern „in allen Strukturbereichen hinterfragt“ werden müsse. Zugleich griff Ostermann die Berliner Linke grundsätzlich an. Die Partei überschreitet nach seiner Ansicht die Grenze dessen, was noch demokratisch legitim sei. „Es ist ja nicht nur die Clan-Kriminalität, sondern das ist Antisemitismus, es ist der offene Angriff auf demokratische Grundstrukturen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft. Besonders drastisch fiel seine Prognose für den Fall aus, dass die Linke die Regierende Bürgermeisterin in Berlin stellen sollte. „Also für die Berliner Polizei, aber auch für alle anderen wird es eine Vollkatastrophe werden“, sagte Ostermann. Die Partei wolle die Sicherheitsbehörden strukturell und finanziell schwächen. „Mit dieser Partei kann man nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, auch nur eine Sekunde zu regieren.“ Wenn es aber darauf hinausliefe, „dass wir eine Regierung haben mit genau dieser Partei, mit diesen Funktionären in ihrer Radikalität und ihrer radikalen ideologischen Betrachtung, dann sage ich: Gute Nacht Bundeshauptstadt, dann war es das da mit der inneren Sicherheit.“ Zum Abschluss bekräftigte Ostermann seine grundsätzliche Kritik an der Partei: „Mit radikaler Ideologie kann man keine gute Politik machen und es ist ohne jeden Zweifel so, dass die Linke in Berlin radikale Ideologie ganz oben auf der Agenda stehen hat.“